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Bevor ich es vergesse …

Vergangenen Donnerstag traf sich inzwischen zum vierten Mal der analoge Salon zu digitalen Themen der Initiative I-15 in Hamburg. Diesmal waren es siebzehn mehr oder weniger zusammengewürfelte Menschen, die sich über die digitale Welt und deren gesellschaftlichen Wirkungen austauschten.

Das „Erinnern und Vergessen in Zeiten des Internet“ war an diesem Abend der Ausgangspunkt der individuellen Statements, die in drei Minuten die eigene Motivation, die gesellschaftliche Konsequenz und idealer Weise auch mögliche Ideen für Handlungen darlegen sollten.

Auch wenn sich (vorhersehbar) kaum eine oder einer an die drei Minuten hält und ich den Eindruck habe, dass die vorbereiteten Skripte von mal zu mal umfangreicher werden (Ich plädiere für den kommenden Salon bereits an dieser Stelle, dass maximal eine DIN A4 Seite mitgebracht werden darf ;)  Weiterlesen

Flimmernde Bücher: Fahrenheit 451 in der Warburg-Bibliothek

Zwei Männer, beides Büchernarren,
sterben im Oktober 1984, im Abstand von nur zwei Tagen.
Die beiden ehemaligen Freunde hatten sich 18 Jahre vorher, während der gemeinsamen Arbeit an einer der bedeutendsten verfilmten Literatur-Hommagen, hoffnungslos zerstritten – und nie wieder gemeinsam gearbeitet.

Bei der Hommage handelt es sich um einen meiner Lieblingsfilme:
Fahrenheit 451 von François Truffaut.

Oskar Werner, der Hauptdarsteller, soll einzelne Szenen regelrecht sabotiert haben. Die Auslegung seiner Rolle als Feuerwehrmann Montag, der Bücher im Staatsauftrag verbrennt und durch die Bekanntschaft mit Clarisse, einer aufgeweckt-kritischen Nachbarin, aus seiner Lethargie gerissen wird, lief der des Regisseurs diametral entgegen.
Es grenzt fast an ein Wunder, dass sich Oskar Werner mit seiner markant-sensiblen Stimme und dem unverkennbaren Timbre für die deutsche Version selbst synchronisiert hat.

Dieser Science-Fiction-Film wirkt poppig-versponnen in seiner Sixties-Ästhetik und ist in seiner Fernseh-kritischen Haltung nach wie vor aktuell. Umso schöner, dass Holger Kraus mit seinem Flexiblen Flimmern für einen Abend im Dezember einen so grandiosen Ort gefunden hat, um diese Literatur-Verfilmung auf der großen Leinwand zu präsentieren:

Flexibles Flimmern im Warburg-Haus Foto Kixka

Im Lesesaal des Hamburger Warburg Hauses.

Ich liebe ja Räume, in denen ich mich schon nur durch mein Dortsein klüger fühle. Oder romantischer.

Auf den Lesesaal des Warburg-Hauses trifft beides zu, ist er doch Resultat der Bücher-Leidenschaft einer der bedeutendsten deutschen Kunst- und Kulturwissenschaftler.

Foto Kixka

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