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Estnische Gräber mit Blick auf mehr

So sonderbare Orte sucht man nicht auf,
man wird dorthin verschlagen.
Zum Beispiel auf der Suche nach Nahrung.

Jeder Individualreisende in touristisch wenig erschlossenen Gebieten wird die Situation kennen: Die letzte Ortschaft, in der ein Restaurant oder Café aufzutreiben gewesen wäre, liegt kilometerweit hinter den Reisenden.

Was dann folgt, ist das große Nichts.
Allerhöchstens geschlossene Stätten, an denen es zu anderen Uhrzeiten vielleicht etwas zu Essen geben mag, aber mit Sicherheit nicht jetzt, wenn es Dir, Fremder, danach verlangt.

Die estnische Küstenstraße entlang des Peipussees ist keine Gegend, in der sich Supermärkte finden lassen. Allenfalls kleine beschirmte Stände einheimischer Bauern, an denen Kartoffeln feilgeboten werden, sicherlich schmackhaft. Oder Zwiebeln. Noch mehr Kartoffeln und weitere Zwiebeln. Roh. Vielleicht noch rote Beete.

Die Hoffnung heißt Kallaste, ein Fischerort, 1.152 Einwohner.
Doch zu Essen findet sich um diese nachmittägliche Uhrzeit: Nichts.

Vielleicht war es ein Sonntag,
aber vermutlich nicht.

Dafür findet sich etwas anderes;
etwas, das den Hunger vergessen lässt.

Ein Friedhof mit Blick aufs weite Wasser.
Baumbestanden an roter Steilküste.
Russisch-orthodoxe Kreuze und Gräber,
fremd für den lutherisch-geschulten Blick. Weiterlesen

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