#rp10: Frauen, Foursquare und Vorschläge

Information overload. Drei Tage re:publica in Berlin: zusammen mit 2.500 anderen Heavy Usern des Internets, überwiegend Digital Residents, Vorträge und Workshops zu digitalen Themen angehört. Zwischen Friedrichstadtpalast, Kalkscheune und Quatsch Comedy Club hinundhergelaufen, nicht immer mit dem optimalen Schuhwerk. Irgendwann den Einfluss eines isländischen Vulkans zu spüren bekommen, als Referenten nicht mehr eingeflogen werden konnten und Vorträge ausfielen. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Organisations-Tweets über alternativen Heimtransport.

re:publica 2010 im Friedrichstadtpalast Berlin Foto: Daniel Seiffert

Meine zweite re:publica. Der Sprung von 1.800 zu 2.500 Teilnehmenden ist gefühlt nicht so groß, wie befürchtet. Sehr viele Gespräche, ein wenig Smalltalk, aber trotz des übervollen Programms immer wieder Gelegenheit, zu längeren und intensiveren Unterhaltungen. Ich habe es irgendwie geschafft, in den drei Tagen an 25 Veranstaltungen teilzunehmen. Weiterlesen

Advertisements

Der Büro – oszillierende Spurensuche

Meine kleiner und sehr geschätzter Kreis regelmäßiger Leserinnen und Leser erinnert sich eventuell: Ich suche gelegentlich einen Altpapiercontainer auf, um die letzten Restbestände veralteter analoger Informationsträger zu entsorgen. Vor kurzem setzte mich erneut einer der Container in Erstaunen:

Der Aufkleber:

Genau diese Sorte Aufkleber ist mir auch schon vorher aufgefallen – ohne jetzt vertiefen zu wollen, ob ein Altpapiercontainer der optimale Ort ist, um Werbung für was auch immer zu machen: Weiterlesen

Foursquare macht sich nützlich

Wie das? Darüber habe ich einen Gastbeitrag bei Mind the App geschrieben, einem Blog dass sich mit iPhone, iPod und demnächst auch iPad Apps beschäftigt. Da ich mich sehr intensiv mit der foursquare App beschäftigt habe, ergab sich für mich die Gelegenheit, diese etwas versteckte Nützlichkeit von foursquare aufzudecken.

Demnächst gibt’s auch hier wieder was von mir.

Versprochen. :)

Von Wegen und Zielen

Es war nach sehr langer Wartezeit endlich soweit: Michaela von Aichberger aka @Frauenfuss stellte ihre „Ich male meine Follower„-Moleskine Bilder in Hamburg aus. Die Vernissage wurde im Stilwerk gefeiert. Schön gelegen, direkt am Fischmarkt, von dort aus kann fast in die Elbe gespuckt werden.

Problem: Ohne Auto leider ganz schlecht zu erreichen.
Die von mir um Hilfe angetickte Service Seite des HVV warf mir tatsächlich fünf unterschiedliche Routen aus, die alle Vor- und Nachteile hatten. Wegen des romantischen Aspektes (und der kürzesten Fußwege oder geringsten Anzahl an Umsteigenötigungen) entschied ich mich für die Kombination U-Bahn und Schiff.

An den Landungsbrücken wird zur Zeit offensichtlich umgebaut, von der U-Bahn aus ist nach der Verbindungsbrücke nirgends ein Schild mit irgendwelchen Linienhinweisen zu finden.

Tapfer Richtung Wasser, die Linie 62 liegt tatsächlich schon bereit an Brücke 3, die acht Minuten Wartezeit könnte ich auch im Warmen auf dem Schiff verbringen. Wer jetzt noch kein HVV-Ticket hat: Die gibts auch direkt an der Brücke im Automaten. Die Strecke zum Fischmarkt kostet preiswerte 1.30 €. Ein wahres Schnäppchen im Vergleich zu den Preisen, die ich vergangenen Herbst in Venedig erstaunt zur Kenntnis nahm: Weiterlesen

Pink wirkt

Das MAGAZIN hat mich wieder etwas schlauer gemacht: Es gibt ein Rosa, das in Gefängnissen als Wandfarbe eingesetzt wird, um aggressive Insassen innerhalb von sehr kurzer Zeit zu beruhigen. Die meisten dieser Zellen gibt es in den U.S.A., doch inzwischen gibt es auch im Schweizer Pfäffikon zwei bunte Spezialräume. Weiterlesen

Ist Formspring evil? Ein bisschen?

Hat jemand vor dem Anmelden bei Formspring.me, einer simplen Plattform zum Fragenstellen, die Terms of Service tatsächlich so gründlich gelesen, wie es in diesem Fall angebracht ist?

„By submitting content through the formspring.me service, you grant formspring.me a worldwide, non-exclusive, royalty-free license to use, copy, reproduce, process, adapt, modify, publish, transmit, display and distribute such content in any and all media or distribution methods. Such additional uses by formspring.me, or other companies, organizations or individuals who partner with formspring.me, may be made with no compensation paid to you with respect to the content that you submit, post, transmit or otherwise make available through the formspring.me service.

formspring.me may modify or adapt your content in order to transmit, display or distribute it over computer networks and in various media and/or make changes to your content as are necessary to conform and adapt that content to any requirements or limitations of any networks, devices, services or media.“

In schlichten Worten: Die Nutzer behalten zwar die Rechte an ihren Antworten, überschreiben aber Formspring jede denkbare Möglichkeit der Weiter-verbreitung und -be(!)arbeitung.

Das ist nicht der einzige Punkt, der mich irritiert hat:

Im Gegensatz zu der Behauptung von Formspring.me verschwinden die Antworten damit allerdings nicht von der Bildfläche. Zumindest bei denjenigen, die den Account abonniert haben, erscheinen sämtliche Posts zurückverfolgbar bis zur ersten Frage in der Timeline.

  • Das einzige was hilft, den Account verschwinden zu lassen: Weiterlesen

Blechens Lichtblick im Wintertunnel

Dieser Winter, der kein Ende findet und uns heute erneut mit Schnee versorgte, nervt. Mich. Als Radfahrerin, die sich bei den Straßenverhältnissen, die zur Zeit in Hamburg herrschen, nur ungern auf’s Fahrrad traut. Wo ich sonst von kühler Unerschrockenheit geprägt bin, was Hamburgs Radwege angeht. Dieses unkontrollierbare Schlittern auf vereisten Spurrillen und unsichtbaren Buckelpisten jedoch, zwischen gefrorenem Schneematsch und Neuschnee oder das Ausweichen auf Straßen, auf denen die  Autos unvorhersehbar herumrutschen, erscheint nur Nahtoderfahrungssuchenden eine gute Wahl zu sein.

Ein Ausflug in die Hamburger Kunsthalle, am letzten Tag der Ausstellung von Carl Blechens Amalfi-Skizzenbuch, war eine perfekte Wahl, um meine Laune aufzuhellen. Die Skizzen entstanden in acht Tagen, die Blechen 1829 während seiner Italien-Reise in Amalfi verbrachte.

Gemälde, klassische wie moderne, sehe ich mir schon sehr gerne an. Aber im Normalfall mache ich einen weiten Bogen um Skizzenbücher und -Blätter des 19. Jahrhunderts. Das hat für mich vielleicht unter Forschungsaspekten einen nachvollziehbaren Reiz, langweilt mich als Besucherin aber normaler Weise bis hin zum Wachkoma.

Weiterlesen

Wunschgedanken

Frieden, Freude – und fürs innere HB-Männchen: Gelassenheit.

Feiert die Tage freundlicher Neugier und stiller Besinnlichkeit!

Gutes Gelingen allen, die noch suchen:

Nicht nur zur Weihnachtszeit ...

Pling Pling // Flanieren in Pop

Eyecandy, pure Farbpigmente, die die Zapfen der Sehnerven bis auf Äußerste reizen, ein perfekter Kontrast zum nieseligen Grau des Hamburger Novembers:

Vodpod videos no longer available.

Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett: Flanierend durchquerten die Besucher im Zickzack sechs quadratische Räume, die vom Boden bis zur Decke hintereinander unterschiedlich monochrom  gestrichen sind.
Pur und reduziert bis auf je einen Bildschirm auf dem – dieselben Farben im Wechsel zu sehen sind.

Weiterlesen

Estnische Gräber mit Blick auf mehr

So sonderbare Orte sucht man nicht auf,
man wird dorthin verschlagen.
Zum Beispiel auf der Suche nach Nahrung.

Jeder Individualreisende in touristisch wenig erschlossenen Gebieten wird die Situation kennen: Die letzte Ortschaft, in der ein Restaurant oder Café aufzutreiben gewesen wäre, liegt kilometerweit hinter den Reisenden.

Was dann folgt, ist das große Nichts.
Allerhöchstens geschlossene Stätten, an denen es zu anderen Uhrzeiten vielleicht etwas zu Essen geben mag, aber mit Sicherheit nicht jetzt, wenn es Dir, Fremder, danach verlangt.

Die estnische Küstenstraße entlang des Peipussees ist keine Gegend, in der sich Supermärkte finden lassen. Allenfalls kleine beschirmte Stände einheimischer Bauern, an denen Kartoffeln feilgeboten werden, sicherlich schmackhaft. Oder Zwiebeln. Noch mehr Kartoffeln und weitere Zwiebeln. Roh. Vielleicht noch rote Beete.

Die Hoffnung heißt Kallaste, ein Fischerort, 1.152 Einwohner.
Doch zu Essen findet sich um diese nachmittägliche Uhrzeit: Nichts.

Vielleicht war es ein Sonntag,
aber vermutlich nicht.

Dafür findet sich etwas anderes;
etwas, das den Hunger vergessen lässt.

Ein Friedhof mit Blick aufs weite Wasser.
Baumbestanden an roter Steilküste.
Russisch-orthodoxe Kreuze und Gräber,
fremd für den lutherisch-geschulten Blick. Weiterlesen