Putzig: Meditatives und die 90:9:1-Regel

Draußen ist es auch nicht anders als hier im Netz.

Das konnte ich heute am frühen Abend feststellen, als ich vor der Tür, auf dem Bürgersteig –  selbst für mich unerwartet – anfing, mein Fahrrad zu putzen. Ich suchte mir eine sonnige Ecke und versuchte das vom vergangenen harten Winter immer noch sehr mitgenommene Rad wieder in einen etwas ansehnlicheren Zustand zu versetzen.

Was sich früher, als ich noch ein Schulkind war, immer wie eine Strafarbeit anfühlte, hatte heute eher etwas, sagen wir mal, Meditatives. Ganz ins Putzen versunken. Sonst gar nicht so meine Sache.

Ok. Das zum einen. Was mir aber dann auffiel:

Das, was für mich als Kind noch normal war, sich mit dem Fahrrad zum Putzen oder Reparieren auf den Bürgersteig zu stellen, gibt es heute gar nicht mehr. Jedenfalls habe ich die vergangenen Jahre nie irgendjemanden so angetroffen. Und das Verhältnis von Aktiven zu Kommentierenden zu Zusehenden war exakt wie hier im Netz: 90:9:1. Von Hundert Menschen, die vorbei laufen, sehen 90 mehr oder weniger interessiert/amüsiert/neugierig zu, neun bringen einen Kommentar oder verwickeln die eine Person in ein Gespräch, die aktiv ist und das Rad putzt. Unfassbar. Aber so war das.

8 Antworten zu “Putzig: Meditatives und die 90:9:1-Regel

  1. serviervorschlag

    Wie wahr! Mit 90:9:1 hat’s dich ganz gut getroffen. Wenn ich irgendwas draußen putze, kommt von gefühlten 130% : „kann ich mein Fahrrad/Auto dazustellen? hihihi!“

  2. Heute bin ich mal kein Lurker.

  3. Hab direkt Lust auf Fahrradputzen gekriegt. (Und mich mit diesem Kommentar in die 9er Gruppe begeben.)

  4. Du bist also beim Putzen tatsächlich noch zum Zählen gekommen. Wo bleibt da die versprochene tiefenentspannung bei diesem unermüdlichen Forschergeist?

  5. joulupukki

    Und wieviele haben geholfen???

  6. @joulupukki
    Ich war sehr gut ausgerüstet; jedenfalls sah ich mit ziemlicher Sicherheit nicht hilfebedürftig aus. Dafür habe ich viel zu sehr über die ganze Situation grinsen müssen…

    Insofern, liebe Afra, war das wohl eher eine Tiefenentspannung, die auf eine Art Lachmeditation hinauslief…

    Und wenn Lurkende aus der Deckung hervorlugen, freue ich mich immer :)

  7. Haha, Jou, das wollte ich auch fragen.

    Jedenfalls kommen die mühseligen händischen Tätigkeiten im Netz-Arbeitsalltag viel zu kurz. Ich habe es beim Bügeln gemerkt — das habe ich genossen.

  8. Fahrrad putzen? Ist doch eh total out. Sieht irgendetwas nicht mehr super duper chic aus, kauft man es sich eben neu. Basta! ;)

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