Überlebenstipps für vier Wochen Ausnahmezustand WM

Damals vor vier Jahren schon war der schönste Moment der Beginn der Weltmeisterschaft. Die Straßen leer, ich konnte meinen Einkauf in aller Seelenruhe in einem leergefegten Supermarkt erledigen und auf den Straßen Hamburgs gefahrenfrei Rad fahren. Yes!

Natürlich gab es auch erstaunliche Momente: Eine türkische Mutter mit Kopftuch und langem Mantel, an jeder Hand einen Sohn auf dem Weg zur Schule. Zweitklässler, sieben oder acht Jahre alt. Ein bunter Kopfputz zierte die schwarzen Knabenhaare: Ein Irokesenaufsatz in schwarz-rot-gold. Offensichtlich war ganz Deutschland weltmeisterlich gestimmt. Oder diese ältere Dame, die ihren Rollator beidseitig mit Deutschlandflaggen geschmückt hatte und fröhlich die leicht abschüssige Osterstraße hinabrollte.

Doch diesmal bin ich fest entschlossen, das Geschehen so gut es geht zu ignorieren.

Bei der ÜberlebensPlanung hilft der wunderbare WM-Planer 2010 für Fußball-Uninteressierte von Wortfeld – Aufhängen in Großraumbüros auf eigene Gefahr:


Im Digitalen ist es nicht ganz so einfach, der WM aus dem Weg zu gehen.

Eine Möglichkeit, bei Twitter zu zeigen, dass nicht über die WM getwittert wird, hat sich Zebramädchen überlegt: Das Profilbild kann mit einem eindeutigen Twibbon geschmückt werden:

Dieses aktive Negieren ist mir allerdings schon fast zuviel Aufmerksamkeit für eine Sache, die mir schlicht vollkommen egal ist – ich ziehe komplettes Ignorieren vor.

Die WM lässt sich erstaunlich zuverlässig über TweetDeck herausfiltern. Als Twitter-Client so oder so relativ brauchbar, da mehrere Accounts, Suchbegriffe und Mentions gleichzeitig sichtbar sein können. Allerdings ist es für die Desktop-Applikation notwendig, zuerst Adobe-Air zu installieren. Den WM-Filter für Tweets gibt es mit der neuesten TweetDeck Version:

Settings / Global Filter und dann beispielsweise einsetzen: wm, worldcup, fußball, vuvuzela, tor #arg #aus #bra #chi #civ #cmr #den #eng #esp #fra #ger #gre #hon #ita #jpn #kor #mex #ned #nga #par #por #prk #rsa #srb #sui #usa und Ruhe ist in der Timeline.

Da zur Zeit kaum über anderes getwittert wird, kann – je nach Timelinezusammensetzung und #Hashtagdisziplin – sich der tosende Wasserfall in eine Art Rinnsal verwandelt haben. Lieber das, als permanent mit Tweets überflutet werden, die mich Null interessieren. Ab 12. Juli wird sicher alles wieder gut.

14 Antworten zu “Überlebenstipps für vier Wochen Ausnahmezustand WM

  1. Danke für die Infos, schließe mich an. Mein Plan ist ebenfalls, das Ganze so gut wie möglich zu ignorieren, ohne allzuviel Aufwand zu betreiben. Ich habe irgendwo gelesen, auch über seesmic würde das Hashtag-Herausfiltern gut funzen.

    Überlege noch, wie ich vorgehe. Vielleicht einfach mal eine kleine sommerliche Twitterabstinenz? ;-)

  2. Tatsächlich ist es draußen erheblich einfacher, der WM aus dem Weg zu gehen als bei Facebook oder bei Twitter :)

    Bei Facebook bekam ich einen Kommentar mit einem interessanten Vergleich zum Kirchentag.

    In meiner Twitter-Timeline ist der in diesem Jahr so gut wie gar nicht aufgetaucht. Allerdings flutete vor sehr vielen Jahren ein Kirchentag die Hamburger Innenstadt mit Pärchen in lila-türkisen Fallschirmseide-Jogging-Anzügen. Das war nicht mehr meine Stadt. So in etwa geht es mir zur Zeit mit meiner Timeline. Ich mag die Leute, die ich bei Twitter lese. Entfolgen werde ich wegen der WM sicher niemanden :) … bin aber froh zu wissen, wie ich diese „Behelligung“ kanalisieren kann.

    Passives Sportschauen geht allerdings sowieso nahezu grundsätzlich an meiner interessierten Wahrnehmung vorbei, egal ob das nun WM oder Olympia heißt.

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  6. @YuccaTreePost oh, Danke schön! Fürs Hassen ist mir Fußball allerdings zu gleichgültig :) Bei mir trifft es Ignorieren eher!

  7. Pingback: Fußball ist Krieg

  8. Pingback: Sendung vom 14.6.: Mit dem Handy reisen, Harry Wijnvoord, Facetime, WM im Netz — Die Sendung mit dem Internet

  9. Der Turnierplan ist klasse! Obwohl ich die (mir) wichtigen Spiele natürlich anschaue.

  10. gut zu wissen, dass es da draußen noch gleichgesinnte gibt. die leeren straßen sind für mich auch immer ein trostpflaster. noch ein kleiner tipp: falls die deutschen ins achtelfinale bzw viertelfinale kommen können sind am so den 27. juni und am sa den 3. juli jeweils ab 16.00 die schwimmbäder menschenleer. das ist doch wenigstens was! ;)

  11. kormoranflug

    Mir gefällt es während der Spiele durch die Stadt zu fahren. Kein Verkehr und überall hört man Vuhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.

  12. Pingback: haefft.de im Exil » Blog Archiv » Überlebenstipps für die Fußball-WM

  13. Heute Abend wirst du aber wohl kaum um den Fußball herum kommen. Wenn durch die ganze Stadt der Aufschrei der Begeisterung oder das Stöhnen der Enttäuschung geht, hilft kein Gartenzaunfilter.

  14. oh, ein Cross-Post-Comment ;)

    Doch. Ich werde versuchen, mich ins Sportstudio auf den Crosstrainer abzusetzen und einen Podcast anhören.

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