Von Wegen und Zielen

Es war nach sehr langer Wartezeit endlich soweit: Michaela von Aichberger aka @Frauenfuss stellte ihre „Ich male meine Follower„-Moleskine Bilder in Hamburg aus. Die Vernissage wurde im Stilwerk gefeiert. Schön gelegen, direkt am Fischmarkt, von dort aus kann fast in die Elbe gespuckt werden.

Problem: Ohne Auto leider ganz schlecht zu erreichen.
Die von mir um Hilfe angetickte Service Seite des HVV warf mir tatsächlich fünf unterschiedliche Routen aus, die alle Vor- und Nachteile hatten. Wegen des romantischen Aspektes (und der kürzesten Fußwege oder geringsten Anzahl an Umsteigenötigungen) entschied ich mich für die Kombination U-Bahn und Schiff.

An den Landungsbrücken wird zur Zeit offensichtlich umgebaut, von der U-Bahn aus ist nach der Verbindungsbrücke nirgends ein Schild mit irgendwelchen Linienhinweisen zu finden.

Tapfer Richtung Wasser, die Linie 62 liegt tatsächlich schon bereit an Brücke 3, die acht Minuten Wartezeit könnte ich auch im Warmen auf dem Schiff verbringen. Wer jetzt noch kein HVV-Ticket hat: Die gibts auch direkt an der Brücke im Automaten. Die Strecke zum Fischmarkt kostet preiswerte 1.30 €. Ein wahres Schnäppchen im Vergleich zu den Preisen, die ich vergangenen Herbst in Venedig erstaunt zur Kenntnis nahm: einfache Fahrt, 60 Minuten gültig = 6.50 €, günstiger geht’s nicht, jedenfalls nicht als Venedig-Tourist …

An den Landungsbrücken hatte ich mich spätestens beim Ablegen in diese Alternative zu den anderen Routen verliebt. Und fühlte mich im Dunkeln auf dem Wasser tatsächlich ein klein wenig an meine Touren im nächtlichen Venedig erinnert.

Hamburgs Hafen atmet im ganzen natürlich sehr viel mehr Stahl- und Werften-Luft als Venedig in seiner pittoresken Retroschönheit. Die bunten Lichter fliegen in den nur drei Minuten der Fahrt nur so an mir vorüber – die neuen Vorzeige-Skyscrapper, die Hafenstraße, die Containerschiffe, Hamburgs Stadtentwicklung fastforward.

An Deck Seeluft in die Lungen pumpen, das Haar zerzauseln lassen, auf der Elbe einen ultra-kurz-Urlaub verbringen. Passt. Ich fühle mich ja auch in 140 Zeichen meistens recht wohl…

Durchgepustet angekommen, bereit für einen spannenden Abend.

Dankeschön an @Frauenfuss, dass sie dieses Projekt auf die Beine gestellt hat!

*Wer an dieser Stelle Ausführlicheres zu #immfv4 vermisst, findet sehr schöne Blogbeiträge unter anderem bei @sophist_ und @graupause

8 Antworten zu “Von Wegen und Zielen

  1. Wenn man für drei oder sieben Tag in Venedig ist, kann sich die Venice Card lohnen. Es gibt sie ab 48 Euro. Man kann damit alle ACTV-Fähren kostenlos benutzen, in diversen Museen und Kirchen ist der Eintritt frei, und darüber hinaus gibt es diverse weitere Vergünstigungen: http://www.hellovenezia.com/jsp/en/venicecard/index.jsp.

    Ansonsten bietet ACTV Tourist Travel Cards an (z. B. 18 Euro für 24 Stunden, 28 Euro für 48).

    Wer häufiger in Venedig ist, für den kann sich eine andere Discount-Karte lohnen, mit der Einzelfahrten dann nur noch 1,10 Euro kosten: die CartaVenezia. Nicht-Einwohner zahlen 40 Euro (Gültigkeitsdauer: drei Jahre).

  2. Eine Freundin aus dem Schwabenländle bezeichnete unseren Hafen einst als „große Baustelle auf dem Wasser“. Total unromantisch.

    Die Fährfahrt war für mich eines der Highlights des Abends …

  3. Klingt für mich fast so, als ob du die Fähre das erste mal genommen hättest. Bin früher ganz oft Fähre gefahren und das sehr sehr geliebt und hätte das Samstag auch gemacht, wenn ich nicht aus genau der anderen Richtung gekommen wäre.

  4. Lieber Enno,
    ich bin doch in der Stadt fast ausschließlich mit meinem Rad unterwegs! Die gefühlten zwei Monate geschlossene Eisfläche führten dazu, dass ich gelegentlich mit dem HVV unterwegs war, was mich immerhin dazu brachte, einige Spreeblick– und HZM-Podcasts anzuhören.

    Tatsächlich war es das erste Mal, dass ich die Fähre als Teil eines Weges, der einfach mit dem öffentlichen Nahverkehr überwunden werden musste, als Streckenabschnittstransportmittel, benutzte. Für Ausflüge zum Jenischpark oder nach Övelgönne, klar – bin ich schon öfter auf der Elbe geschippert – aber immer tagsüber, wenn ich gerade drüber nachdenke…

  5. kormoranflug

    Um diesen tollen „Fähren-Bus“ beneide ich die Hamburger.

  6. Dafür habt ihr diesen lustigen Wasserfall in Kreuzberg – und ihr könntet bei den anhaltenden Problemen mit der S-Bahn anfangen, eine Initiative „Schienenersatzverkehr auf der Spree“ zu gründen. Das wäre dann ja ein bisschen so wie hier.

  7. kormoranflug

    Bekannte von mir versuchten es mit “ Taxiboot“ für Berlin. Die grossen Reedereien haben es bis jetzt erfolgreich torpediert (Sicherheit beim Ein-/Aussteigen etc.). Aber jetzt wollen die Reedereien selbst ein eigenes Taxiboot durchsetzen.

  8. joulupukki

    Au ja, eure Fähren als Teil der öffentlichen Verkehrsmittel hab ich vorletzten Sommer ausgiebig genutzt (und mir dabei einen schönen Sonnenbrand geholt…)
    Schiffchen fahren im Alltag – das ist ein riesen Plus für die Lebensqualität!

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