Tummeln im Tumblerland

Verwahrlost. Jedenfalls ein wenig. Ja, so sieht es hier aus, zur Zeit. Ideen für kixka-esque Artikel habe ich drei quasi schreibfertig mit Fotos, Quellen, Links – doch: Es fehlt mir immer irgendetwas. Die Ruhe, die Muße, der rechte Moment. Motivation vielleicht auch. Möglicherweise.

Was ist passiert ?

Bei der Aktion mit den herzigen Blogempfehlungen (nebenbei: 827 Kommentare für den StyleSpion) wurde ich überhaupt das erste Mal auf Tumblr aufmerksam, da diese Instant-Blogs neben den „richtigen“ hier und dort ebenfalls wohlwollende Erwähnung fanden. Vorher war mir eigentlich nur das von Drikkes bekannt, bei dessen ersten Besuchen ich noch deutliche Empörung empfand, wie man sowas Geklautes denn nun allen Ernstes als Blog ausgeben kann. (Jajaja, Hauptsache das Technorati „Fave this Blog“-Widget ist installiert…)

Leicht verwahrloste Nutzp(onde)rosa

Vier Tage nach der Blog-Aktion habe ich meine Leicht verwahrloste Nutz(ponde)rosa eingerichtet. Und wunderte mich. Vor allem über die Tumblarity. Wie ich denn bitteschön hier irgendwelche Follower gewinnen könne. Ob denn jemals etwas von mir Gepostetes gerebloggt würde.

Zum Einstieg:

Tumblrn ist für mich wirkliches Miniblogging, das was Twitter im Microformat multimedial nur ansatzweise bieten kann. Es geht rasend schnell, umstandslos und quasi intuitiv. Ein Tumblr-Blog ist sekundenschnell angemeldet. Unter sehr vielen Themes kann das passende optische Erscheinungsbild ausgewählt werden und auch später, nach den ersten Schritten, problemlos gewechselt werden. Es gibt auch noch sehr viele freie Themes; ein bisschen Internet-Recherche lässt einen schnell auf die interessanten Quellen stoßen.

Ich habe meine Standardversion mit ein bißchen Gebastel im Html an meine Wünsche angepasst. Das Wording ein wenig gepimpt. Customized. Whatever. :)

Wenn das Tumblr existiert, kann es extrem einfach losgehen:

Was kann Tumblr?

Texte, Bilder, Zitate, Links, Gespräche, Sounds oder Clips können sehr umstandsfrei eingefügt, verlinkt und mit ergänzendem Text und Bild angefüttert werden. So werden kleine Universen gegründet. Ideen, Impressionen, Inspirationen gesammelt. Kleine Geschichten erzählt. Farben, Themen, Lieblinks gezeigt. Optisch hübschr als bei Delicious, ohne den Aufwand, den WordPress erfordert.

Das ganze hat schnell etwas von einer Pinwand. Einem Notizblog-block. Gefundenes. Privates. Es finden sich viele DesignerInnen und Webmenschen, die ihre Ideen und Schöpfungen vorstellen. Daneben gibt es jede Menge Austauschschülerinnen, die ihre transatlantischen Verbindungen so aufrechterhalten. Oder jede erdenkliche Art von Thementumblr. Natürlich finden sich (gerüchteweise: die meisten der top-Tumblrs) auch jede Menge NSFW-Blogs. Das ganze läuft nach meiner Schätzung zu 85% Bild-basiert ab. (@Svensonsan wird die CatContent-Ecke mit Sicherheit schon gefunden haben…)

Und es gibt Ausnahmen. Oder besser: Parallel-Welten. Politischere Tumblrs, News- orientierte-Tumblr, (gelegentlich) anspruchsvollere Kunst-Tumblr.

Und ja: Mir „folgen“ andere Tumblr und ich mag die richtig gern:

Tumblr-Follower

Zum Teil kennt man sich von Twitter, die meisten habe ich bei Tumblr erst kennengelernt. Und auch die Twitternden lerne ich beim Tumblrn ganz anders kennen. Was auch mit dem Tumblr-Bewertungssystem zu tun hat. Ja. Die Voraussetzung der Tumblarity. WordPress hat ja so etwas ähnliches: „The most popular WordPress.com posts are ranked here according to a special formula.“ Jedes Posting kann „geliked“ oder „gerebloggt“ werden. Je mehr von beidem, umso höher ist die Tumblarity :).

Für die Berechnung dieses äußerst umstrittenen Rankingfaktors scheint es eine Rolle zu spielen, ob und wieviele (neue) Follower ein Tumbelnder hat. Oder ob zum Beispiel über Tumblarity getumbelt wird. (spackig, das) Zum Teil völlig bizarr erscheinenden Schwankungen (zum Teil fällt die Tumblarity, wenn eigene Posts eingestellt werden. Reblogs werden (tendenziell eher) belohnt… ;) Also am Besten ganz frei machen, von diesem Quatsch, auch wenn es natürlich total nett ist, wenn ganz unvermutet ein „xyz liked your Post abc“ im Dashboard (dem Backend des Tumblrs) zu finden ist. Oder eben eigene Beiträge von anderen in ihr Tumblr gerebloggt werden. Ich bin strukturell jedenfalls nicht ganz frei davon, mich über sowas zu freuen :)

Activity | Tumblr

Hach. Es gäbe noch viel zu Tumblr zu erzählen. Zum Beispiel die phantastische Möglichkeit auch – soweit ein Haupt-Tumblr existiert – private Tumblrs einzurichten. Oder öffentliche Gruppen-Tumblr. Eine großartige Möglichkeit für Arbeitsgruppen oder Fernbeziehungen, inspirierendes Material zu teilen und zu kommentieren. Wobei das Kommentieren leider kein Standard bei Tumblr ist, aber über Disqus möglich ist. Oder möglich sein sollte. Ich habe das noch nicht ausprobiert…

Zum Schluß noch zwei Tumblr-Erweiterungen, die ich sehr gerne nutze:

Tumview - kixka

Mit Tumview können die geposteten Bilder übersichtlich gelistet werden, einzeln angeklickt und vergrößert werden. Mit einem Klick in die vergrößerte Ansicht gelangt man zum Original-Post, von dort aus kann das Wunschstück gerebloggt oder als Draft gesichert werden, für einen späteren Einsatz. Großartiges Tool, um Tumblrs, die einem gefallen, schnell durchzuchecken.

Für Audio-Post ist Tumblr Audio Parser für mich im Moment die erst Wahl, wenn es darum geht, heraus zu finden, was für Musik ein Tumblr gepostet hat:

Das ganze ist natürlich eine weitere Zeitvernichtungsmaschine, aus deren Klauen man sich so früh wie möglich befreien sollte oder noch deutlicher: in deren Nähe sich zu begeben, absolut fahrlässig ist. Ich freue mich über interessierte neue Follower…

7 Antworten zu “Tummeln im Tumblerland

  1. Tumview muß ich unbedingt zur Eigenorganisation ausprobieren. Füttere mein Tumblog jetzt schon fast ein Jahr und habe natürlich keinen Post mit Tags versehen, mich also auf meinem Notizblock ziemlich verzettelt.
    Aber ich schiebe natürlich die ganze Schuld auf Tumblr selbst, weil die Archivfunktion dort wirklich unterirdisch ist.

  2. Danke, jetzt konnte ich ausführlich lesen, was du versucht hast mal eben kurz auf dem Fahrrad zu erklären. Dankenswerter Weise ist ein langer Post draus geworden :)
    Interessant finde ich, dass du Beispiel-Links zu ehemaligen Kollegen von mir setzt. Du kennst „nur“ die Tumblr-Seite der Person, ich „nur“ die Kollegin vom Büro. Dein Blogbeitrag verbindet beides…

  3. Ich habe sowenige Tumblarity-Punkte (Mitleid! :)), dass ich genau verfolgen konnte, was hilft und was weniger:
    1. Du behältst alle punkte genau eine Woche lang. Dann verlierst du sie wieder. Je nach dem, an welchem Tag in der Woche zu sie erhalten hast, nach 7 Tagen sind sie wieder weg.
    2. Du erhältst 3 Punkte bei jedem Post, den du rebloggst (eine Unverschämtheit, finde ich. Es geht doch um Originalität, oder nicht?).
    3. Einen Post „liken“ bringt nichts für deine Punkte.
    4. Wenn jemand einen deiner Original-Posts „liked“, kriegst du einen Punkt. Wenn jemand einen Reblog von dir mag, gibts nichts. (Dann kriegt vielleicht der, von dem der Reblog kommt, einen, wer weiß)
    5. Ein neuer Follower gibt auch 3 Punkte.
    6. Wieviel es gibt, wenn jemand deinen Original-Post rebloggt, weiß ich leider nicht, ist mir noch nicht passiert.

    Hoffe, das hilft weiter.

  4. Wie fatal.
    Wie clever.
    Wie fies.

    Ein Perpetuum mobile.

    Als ob die Möhre, die zum Weiterlaufen animiert, gelegentlich angeknabbert werden darf, damit der Dung entsteht, auf dem weitere Möhren gedeihen können.

    Das Gerebloggt werden bringt vermutlich auch drei Punkte. Jedenfalls gefühlt. :) Wenn nicht gleichzeitig verfallene Punkte abgezogen werden. Was bei mir zeitweise zu dem verwirrenden Gefühl führte: je mehr ich poste, umso weniger Tumblarity-Punkte bleiben über.

    Das neues Material weniger bringt als zu Rebloggen – könnte das mit dem Speicherplatz zu tun haben ? ;) … und natürlich wieder mit der Tumblr-Community – deren lose Bindungen werden so immer wieder erneuert und verstärkt.

  5. Zum Thema Tumblarians im RL treffen: Es soll demnächst übrigens ein Tumblr-Treffen in NRW stattfinden, Umfrage zum Datum gibt es hier.

  6. Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen

  7. Danke fürs Folgen. :)
    Und das Möhren-Bild passt sehr gut.

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