Fienes Fragen zur Zukunft der Medien

Vollkommen unerwartet hat mich Daniels Stöckchen zu Fragen der Zukunft der Medien getroffen. Die ersten sonnigen Mai-Tage verlockten mich zu sehr ins Grün. Ich werde trotzdem mal einen sehr persönlichen Antwortversuch wagen:

1.) Wie kommunizieren Menschen in Zukunft?

mobil.

Schneller (Bei Bedarf in Echtzeit)

kürzer (Mircoblogging)

kleiner (Endgeräte)

Informationen werden selbstverständlich immer überall verfügbar, abrufbar sein. Das Weltwissen in der Hosentasche. Für die persönliche Kommunikation gilt dasselbe.

2.) Wo und wie sollen mir Klassische Medien im Netz begegnen?

Da glaube ich sehr an den Ansatz von Christoph Keese, den er beim Media Coffee in der Bucerius Law School geäußert hat: Ich wünsche mir die Verschränkung von Makro- und Mikro-Informationen als Killer-Applikation. Wer das zuerst richtig gut hinbekommt, hat mich als Kundin auf seiner Seite.

Mein Problem ist, dass meine Interessen sich in der Publikumspresse so gut wie nicht wiederfinden. Ich wünsche mir eine Kombination aus De:Bug, Der FAZ am Sonntag, dem Freitag, Missy und Spex. Dazu noch das MediumMagazin und Kress. (In letzter Zeit übrigens deutlich besser geworden: Der Journalist) Aber meistens bitte nur einzelne Ressorts. Außerdem muss ich wissen, was in der (Micro-)Blogosphäre los ist und was für das Überleben mit meinen Kindern wichtig ist. Und das weniger auf der Meta-Ebene, sondern ganz konkret: Was ist im Hort und in der Schule los. Der inzwischen verbreitete E-Mail-Verteiler unter den Eltern reicht da nicht aus.

3.) Wer gewinnt mein Vertrauen?

Derjenige, der dauerhaft die Qualität bietet, die ich mir wünsche. Bei der gebotenen Transparenz, das ist klar.

4.) Welche Chancen hat Qualitätsjournalismus im Netz?

Puh. Ich würde da mal so eine Art zwei Klassengesellschaft vorhersagen. Es wird immer Leute geben, die bereit sind, für Qualitätsjournalismus im Netz zu zahlen. Nur ob das genug sind, um all die Menschen, die sich aktiv für guten Journalismus einsetzen, im dem sie sich beispielsweise auf dem Reporter-Forum oder auf der netzwerk-recherche Tagung einbringen, zu bezahlen, das bleibt die Frage.

Für die anderen bleibt der Low-Cost-Journalismus. Da wird dann irgendwas über die Klickrates gehen.

5.) Wann brauche ich verlässliche Information?

Die Frage ist seltsam. Information sollte immer verlässlich sein. Also brauche ich immer dann, wenn ich Informationen brauche, auch verlässliche Informationen. :)

13 Antworten zu “Fienes Fragen zur Zukunft der Medien

  1. Pingback: Anonymous

  2. „Ich wünsche mir die Verschränkung von Makro- und Mikro-Informationen als Killer-Applikation“.

    Diese Aussage musst du mir jetzt aber mal erklären.

  3. :) Damit ist ganz einfach gemeint, dass ich das Große (von Keese als Makro bezeichnet) wie Infos zur Schweinegrippe oder Bankenkrise neben dem Kleinen (Micro) lesen möchte: Also: Wie sieht der Verbreitungsgrad der Läuse-Infektion in der Hortgruppe meines Kindes aus. Ich gehe mal davon aus, dass Du weißt, was eine Killer-Applikation ist.

  4. Dann empfehle ich die lokale Tageszeitung. Da steht so etwas in der Regel drin.

  5. Eben genau das leider nicht.
    Dort wird eventuell über allgemeine Tipps zur Läuse-Prävention oder im Fall des Falles: Vertreibung berichtet.
    Vielleicht gerade noch, dass es zu Zeit auffällig Häufungen von Läusebefall gibt. Aber doch niemals so lokal auf eine Kita heruntergebrochen, allenfalls Bezirksweise.

    Und: In der Tageszeitung interessiert mich der Sportteil zum Beispiel gar nicht, der kann für mich komplett wegfallen. :)

  6. Dann brauchst du vielleicht den Google Reader, mit dem du dir dein eigenes Programm (ohne Sport, mit Läusen, mit De:Bug und BamS, ähhh FamS, tschulligung) zusammenstellen kannst. Eine Killer-Applikation wird es dafür wohl so bald nicht geben, oder es wird so eine Art Empfehlungsplattform, so etwas wie: Leute, die sich für Läuse in Hamburg-Schanze interessieren, lesen auch …

  7. Ach so, zu Frage 1: die meisten Menschen kommunizieren auch heute schon mobil, wo doch jeder schon mindestens ein Händi hat und das auch heftig in Echtzeit verwendet, telefonieren nennt man das, glaube ich ;-)

  8. Ich nutze Netvibes – aber da fehlt eben der Micro-Anteil. Weil weder die Schule, noch der Hort noch der Turnverein – oder eben stellvertretend die lokale Berichterstattung die News so aufbereiten, dass sie Netvibes fähig wären.

    Ich habe auch ein mobiles Telefon, nutze es aber kaum, da ich so gut wie gar nicht telefoniere. Das geht fast alles über DMs bei Twitter :). Es existiert, damit ich erreichbar bin. Ich finde SMS anstrengend, jedenfalls selber welche zu schreiben.

    Was ich aber sehr liebe, ist mein iPod Touch, den ich kaum zum Musikhören nutze – sondern dazu, meine Mails abzurufen, meinen Tweetstream am Abend, wenn der Laptop zugeklappt ist, zu verfolgen, gelegentlich auch Facebook, Tumblr und Friendfeed oder News-Apps zu nutzen. Allerdings fast nur lesend, dieser Tastaturersatz ist eher etwas für Tippmasochisten.

    Das iPhone wäre eine (teure) Alternative, wenn es nicht an T-mobile gebunden wäre… So bin ich auf ein für mich zugängliches WLAN angewiesen.

  9. Jetzt verstehe ich nicht den Unterschied im Schwierigkeitsgrad zwischen dem Schreiben einer SMS oder dem Schreiben einer Twitter-Nachricht auf demselben mobilen Gerät – das ist doch beides gleich unbequem?

  10. Ich bin doch nicht wahnsinnig und twittere vom Telefon aus. Ich sitze hier am Laptop. (Jedenfalls zu 98%) = Vernünftige Tasten.

  11. 4.) Welche Chancen hat Qualitätsjournalismus im Netz?

    Welche hat er im RL?

    Wäre nicht diese nostalgische Vorliebe für Zeitungspapier, würde ich mein Abo auch online nehmen.

    Eine Alternative zum Bezahlsystem, die dem Qualitätsjournalismus unterstützend unter die Arme greifen würde, wäre eine Revolution, die Werbeeinnahmen von PI-Zahlen abkoppelt. Das halte ich momentan aber für utopisch.

  12. PS: An die Tastatur gewöhnt man sich. Auch beim Twittern… :)

    I LOVE SMS!

  13. joulupukki

    Die leidige Frage nach dem verbleib des Qualitätsjournalismus. Angst und Bange könnte einem werden, käme da nicht ordentliche Grundversorgung daher und schwupps lässt sichs wieder aus reinem Spaß an der Freude qualitätsjournaillen. Oder so…

    Übrigens: Gegen Läuse hilft 80% Mayonaise. Den ganzen Kopf dick einschmieren und ein paar Stunden drauf lassen. Stinkt mit der Zeit widerlich ranzig und die Kinder können ihr Lebtag keine Mayo mehr sehen, hat bei uns aber immer prächtig gewirkt. Und die Haare werden von den aggressiven Lauschemiekeulen nicht so hin.

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