re:publica extended version – Tag 2 & 3

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die zusammengepuzzelt eine Art höheren Sinn ergeben. Stricken ist für mich zum Beispiel sowas von uncool – und doch hat mich ein Schnipselmoment auf der re:publica’09 dafür begeistern können.  In der Lounge des Friedrichstadtpalastes  fiel mir eines dieser grandiosen Stijlroyal-Magazine in den Schoß:

Uncool Edition Stijlroyal 2009

Nun hat Sue in ihrem Blog Happy Schnitzel mir meine Gedanken zu Wiesbaden und dem Treiben dort bereits aus dem Kopf und damit gleichzeitig sehr wohl-formuliert das Texten abgenommen. Wiesbaden scheint … ein Nest zu sein, eine Ansammlung von guten Leuten, die ein bißchen wie TKKG sind…“

Auf dem Cover der aktuellen Uncool Edition ist ein gestrickter Ghandi zu sehen. Wunderschön ausgeleuchtet und gespiegelt. Mich als Magazin-Junkie hat man mit gutem Papier, eloquent-genialem Sprachgebrauch, doppelbödiger Gestaltung, Auslotung unerwarteter Themen und zwingend notwendig: inhärenter Selbstironie, schnell auf seiner Seite. Done ! (Klicken und Blättern)

Toll ! Huck und Kcpr kannte ich vor der re:publica nur vom Twittern – und habe mich schon gelegentlich gefragt, wie die wohl bei soviel Getwittere noch zum Arbeiten kommen … :) Dann so ein überzeugendes Magazin in der Hand zu halten, die beiden persönlich kennen zu lernen und ein weiteres mal zu erleben, dass sich hinter diesem ganzen projektionsanfälligem Internet überraschend oft Menschen verbergen, die dem, was ich mir vorher so vorgestellt habe,  häufig sehr nahe kommen; nun, genau das sind die Momente, für die sich die re:publica für mich besonders gelohnt hat.

Die Menschen hinter den Twitter-Accounts, Avataren und Blogs. So lange bin ich noch nicht dabei (heute vor einem Jahr habe ich angefangen zu twittern ;) erst danach habe ich mit dem Bloggen begonnen…) Vielleicht ist es deshalb noch immer so spannend für mich …

MyfirstTweet - frisch von Qype kommend

Am zweiten und dritten Tag wurde mit vielen Vorträgen neben den Socializing-Höhepunkten wie der Twitter-Lesung und der Follower-Party von Sascha Lobo natürlich jede Menge weitere Denkanstösse geboten.

Followerparty bei Sascha Lobo

Lawrence Lessig über Creative Commons  war genauso wie Peter Glaser und Cory Doctorow über “How to survive the Web without embracing it – the characteristics of a successful offline medium in the 21st century.” zu erwartende Höhepunkte. Eher ungeschickt war Wikipedia-Gründer Jimbo Wales, der zwar abfragte, wie viele der Anwesenden bereits einen Eintrag in die Wikipedia geschrieben haben – aber nicht in der Lage war, seinen offensichtlichen Standardvortrag auf die für ihn überraschende Vielzahl der in die Höhe schnellenden Hände anzupassen. Ihm scheint nicht ganz klar gewesen zu sein, auf was für einer Art von Veranstaltung er sich befand.

Spreeblick und Max343

Doch auch in den Kleinen Vorträgen und Workshops gab es Überraschungen zu entdecken. So war ich erstaunt, wie viele Feminsten ich in meinem Bekanntenkreis habe, von denen ich alleine drei im Panel zur Feministischen Netzkultur antraf. Der Männeranteil war deutlich größer als ich es je bei einer feministisch gelabelten Univeranstaltung erlebt habe.

Zum anderen hat mir Sebastians Vortrag über Persuasives Design sehr gut gefallen. Seine Präsentation ist 111 Slides lang, ausgefeilt und gut kommentiert, so dass vieles auch online gut nachzuvollziehen sein wird:

Vodpod videos no longer available.

auf Slideshare „Verhaltensänderung speichern? Von Sebastian Deterding.

Die lustigsten, bewegensten Momente und Happenings sind – wie immer – unblogbar. Sorry.

– –

Johnny beschrieb es in seiner Keynote schon sehr richtig: „Wir sind die erste Generation, die analog aufwuchs und digital in Rente gehen wird.

Was ich ergo für mich jetzt schon weiß: Dass ich einen Platz haben möchte in dieser Digital-Lady-WG. Hiermit angemeldet. Ich will zurück nach Berlin – und wenn es erst in fünfundzwanzig Jahren sein sollte – Werte Damen, haltet mir einen Platz frei. Falls es so ein Wohnprojekt noch nicht geben sollte: Ich bin dabei.

5 Antworten zu “re:publica extended version – Tag 2 & 3

  1. Pingback: re:publica ‘09 Ersterfahrung (t.b.c.) « Kixkalogic

  2. Also gerade von Dir hätte ich an dieser Stelle einen etwas kontroverseren Kommentar erwartet :)

  3. Wunderbarer Bericht, ich wollte ja auch noch etwas zur re:publica schreiben, aber ich habe leider von den ersten beiden Tagen nur wenig mitbekommen und es ist ja auch schon wieder eine ganze Internetewigkeit her … Meine eigenen Erinnerungen sind bereits verblasst, schön, dass man hier noch einmal nachlesen kann, wie es wirklich war.

  4. Aber da gibts doch jetzt von meiner Seite gar nichts zu kontroversieren. Ausser dass wir nicht wie TKKG sind sondern vielleicht eher wie die 5 Freunde, aber da auch nur die aus den Büchern meiner Jugend, nur natürlich viel crazyer. Außerdem muss ich darauf hinweisen, dass wir neben dem Twittern und Magazin machen uns tatsächlich auch noch krumm und bucklig arbeiten. Aber sonst stimmt alles.

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