Visionen: Schülernachmittag der Zukunft

Update 27. November 2008: siehe ganz unten :)
rp09


28.09.2008
Ich gebe zu, es ist nicht so ganz einfach, mich zu beeindrucken, aber:
Wie Karl Fisch in Fischbowl Gandhi zitiert:

Be the change you want to see.

Auf diesen Satz stieß ich beim Blättern (!) und Lesen im Brand eins „Dummheit gibt’s gratis„. Er ist eine Essenz der Präsentation Did vou Know ? vom August 06 (alleine die unten gezeigte Version von 2007 wurde bis heute über 2.284.250 mal angesehen!) Es geht um die Frage, wie die Welt aussieht, auf die die Kinder von heute vorbereitet werden müssen. 8,19 Minuten, die mich beeindruckt haben:

Unsere Kinder betreffende Fakten über die Gegenwart und Zukunft werden sehr komprimiert aufbereitet: Für mich ist die wichtigste Aussage, dass die Kinder von heute zu den Menschen ausgebildet werden, die Probleme lösen müssen, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass sie Probleme sein werden. Vor zehn Jahren gab es die wichtigsten Collegefächer von heute noch gar nicht. Wer kann wissen, was unsere Kinder in zehn Jahren studieren müssen?

“Did you know ?” ist in vieler Hinsicht plakativ, aber die Tendenz richtig. Wenn ich noch zu den Digital Immigrants zähle, sind meine Söhne jetzt schon Digital Natives. Das W-Lan wird nicht weniger, sondern noch selbstverständlicher. Der Economist und das Schweizer Magazin brachten bereits im Frühjahr 08 Berichte über Mobility und die Digitalen Nomaden. In Deutschland ist seit Januar das Hallenprojekt aktiv, in dem kreative Twenty- & Thirty-Somethings in Berlin versuchen, ihre Vision von der “Welt als Halle und Vorstellung” Wirklichkeit werden zu lassen.

Der Bogen bei den unterschiedlichen Projekten ist dabei weit gespannt: vom Ansatz der Weltverbesserung durch gemeinschaftlich nutzbare Technologien bis zu den Sandbox Suites in San Francisco, bei denen der Fullservice gegen entsprechende Bezahlung im Vordergrund steht. Doch gemeinsam ist allen Ansätzen der Wunsch, Oasen für die neuen Formen der Arbeit zu schaffen. Das sind Vorboten und es wird mehr von ihnen geben, soviel ist sicher. Wie die “Oase” dann aussieht, ist sehr unterschiedlich und eine Frage der jeweiligen Weltanschauung.

Ich habe auch eine Vision. :)

Eine Vision für das Glück meiner Stadtjungs, die ihre Nachmittage ohne mich verbringen, weil ich arbeite, wie viele andere Mütter auch. Glück als Unterrichtsfach gibt es bereits, doch das wird nicht die Lösung sein.

Optimal wäre es, wenn die Jungs nach der Schule einen Ort hätten, an dem sie sich so sicher fühlen, dass sie Anker werfen können. Ein Ort, an dem sie in ihrer Unterschiedlichkeit und in ihren Talenten gesehen werden. Begleitet von Menschen, die es verstehen, mit ihnen auf allen Ebenen in Kontakt zu treten und diesen Kontakt zu halten.

Wichtig wäre ein Haus mit vielen unterschiedlichen Angeboten, so dass jedes Kind die Gelegenheit hat, seinen individuellen Interessen zu folgen. Kinder treffen auf Kinder, Vielsprachigkeit ist wünschenswert, ebenso wie Erwachsene, die es verstehen, Neugierde und Interesse bei den Kindern zu entfachen und am Lodern zu halten.

Was ich mir wünsche, ist ein Ort, an dem meine Jungs lernen können, Verantwortung zu übernehmen und kreative Lösungen zu finden – auf Probleme, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass sie welche sein werden.

Update 27. November 2008

rp09

Heute auf der Seite re:publica 2009 gestöbert und ein Ticket gesichert.

Das Web-2.0-Festival widmet sich vom 1. – 3. April 2009 genau den Fragen, die Shift Happens aufwirft. Außerdem dort gefunden: Die aktuellste Version von „Did you know“. Die Musik von Fatboy Slim gefällt mir wesentlich besser als die der vorherigen Version – ich habe aber den Verdacht, dass die Fakten in der Version davor prägnanter im Kopf hängen bleiben. Das kann aber auch gut Geschmackssache sein.

4 Antworten zu “Visionen: Schülernachmittag der Zukunft

  1. Schöner Beitrag, Kixka. Und leider noch so fern von dem, was aktuell ist.

    Solange in Schulen Leistung, Lehrpläne und Notenspiegel obenan stehen, wird sich wenig bis nichts zum Besseren bewegen. Soziales Lernen ist lebenswichtig, aber ich weiß nicht, wer Kindern das Denken in Systemen, die über das eigene Wohl hinausgehen, vermitteln kann. Von den Lehrern, die ich kenne, können das nicht viele. Von den Eltern vielleicht noch weniger.

    Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

  2. Nun so etwas in der Art, vielleicht auch als Vorstufe zu bezeichnen, findet sich in der IGS ( Integrierte Gesamtschule ). Ich bzw. wir sind froh, dass unser Sohn diese Schule besuchen kann.

    Das Konzept dieser Schule überzeugt und die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes bestätigt es.

    Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht etwas zu lästern hätte. ;-) Bei Brand 1 lese ich in Band 1. Bei einem Werk in 12 Bänden, versinke ich mit 12 Bränden. Cheers. ;-)

    Aber Du hast Recht. Lakritze mit ihrem Kommentar ebenfalls. Kann nur zustimmend nicken.
    @Lakritze: Es ist für alle Beteiligten nie leicht, den unbequemen Weg zu gehen. In einer Welt der Selbstverwirklichung und Freizeitegoisten ist es schwer, den Kindern die Zeit zu widmen, die sie benötigen. Betrift sowohl Lehrer als auch Eltern. Ich ziehe den Hut vor dem Engagement aller ehrenamtlichen Tätigen.

  3. mein 12-jähriger [waldorfschüler] hat für seine freizeitlichen aktivitäten einen guten platz auf dem fussballplatz und im hort der schule. mädchen und jungs pflegen einen schönen umgang untereinander, die hortner sind gut drauf – ich bin sehr glücklich darüber.

  4. Pingback: Links Januar 2009 | funkygog Blog

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