Bei der wöchentlichen Tour eines immer noch viel Holzmedien verschlingenen Haushaltes zum Altpapiercontainer lag dort letztens dieser Klassiker der empirischen Sozialpsychologie aus.
Leider ist der Inhalt nach wie vor aktuell. Die von Adorno mit entwicklte F-Skala erfasst Persönlichkeitsmerkmale für die Anfälligkeit für totalitäre Politik („implizite antidemokratische Tendenzen u. Faschismuspotential“) In der FR wurde im September 2009 gefragt, ob es den autoritären Charakter noch gibt. Dazu wurde der F-Skala Fragebogenonline gestellt (dort gibt es ihn noch als pdf zum download!) Die Auswertung – die natürlich aufgrund der sehr speziellen Zusammensetzung (FR-lesende Onliner … :) nicht so wirklich repräsentativ genug für wissenschaftliche Aussagen ist – findet sich hier.
Anlass der FR-Geschichte zu den Studien zum Autoritären Charakter war die Ausstellung
„Die Frankfurter Schule und Frankfurt – Eine Rückkehr nach Deutschland“
Ich bin inzwischen zu der festen Überzeugung gelangt, dass der ausgesetzte Adorno ein Bookcrossing Projekt war (Ich habe es mir nicht näher angesehen, um nach der BCID zu suchen, da ich den Titel in meinem Regal stehen habe :) Das Auswildern von eigenen Buchbeständen, um anderen Menschen auf diese Weise einen Zugang zu ermöglichen, ist ja aber auch denkbar, indem es einfach aus dem Regal geholt wird – und statt in den Altpapiercontainer hineinauf ihn hinauf gelegt wird. Ich hoffe, dass dieser Adorno einen Finder hat glücklich machen können.
Erst waren es nur Tröpfchen, dann Tropfen, dann ein Wassersturz. Genau in der Mitte zwischen Start und Ziel. Unter dem letzten der Alleebäume auf meiner Strecke halte ich mein Fahrrad an. Die Flucht unter den Schutz der Blätter soll nur solange wie der Guß dauern.
Einer der Momente im Leben, über die ich im Nachhinein nicht sicher bin, wie ich mich entschieden hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, was auf mich zukommt. (Ohne es direkt mit Kinder kriegen und Eigentum erwerben vergleichen zu wollen…) Ebenso wert, zu den Momenten der verpassten richtigen Gelegenheiten zu zählen. Weil es nach einem kurzen Regenguß aussah – und sich stattdessen in einen anhaltenden Wasserfall wandelte.
Das spätsommerliche Blätterdach nutzte mir rein gar nichts. Die Hose klebte wie durchs Wasser gezogene Leggings an meinen Schenkeln, das Wasser schien wie von selbst aus den Schuhen zu fließen. Mein grüner Ledermantel verhinderte wenig. Trotz des aufgestellten Kragens spürte ich, wie sich der Regen nicht nur vom Scheitel auf den Weg entlang meines Halses und meines Rückens machte. Den Kragen stellte ich weniger wegen des Regens sondern wegen des peitschenden Hagels auf. Wasabi-Pea große Hagelkörner. Massen. hagelten. auf. mich. herab. Gleichzeitig schwillt der Wasserstrom zu meinen Füßen bis zur Bordsteinkante an und ich fühlte mich an Fluten in Thailand erinnert.
Surrealer Klimawandel? Als die Hagelkörner meine Wangen auspeitschten, dachte ich nicht darüber nach. Ich schloss die Augen. Dachte gar nichts. Sah und spürte: Wasser. Als ich die Augen wieder öffnete, stand ein Transporter vor mir an der Ampel. Das junge Paar bot mir winkend einen Platz neben ihnen an. Wirklich unglaublich zauberhaft. Ich war mindestens klatschnass. Lachend winkte ich ab. Ich hatte mich der Situation ergeben. Mir gefiel mein Standort.
Auch wenn die Sporttasche fast bis aufs letzte Handtuch durchnässt war. Irgendwann ließ der Regen nach. Ich kehrte nicht um. Mein Sportclub hat ein Schwimmbad. Ein wunderbarer Moment, es mal wieder zu nutzen und mich hinterher in der Sauna durchheizen zu lassen. Herbstanfang.
Die gute alte Zeit der Litfaßsäule ist vorbei; zumindest in Hamburg. So schrieb schon @Bosch, dessen wunderbares Foto ich zur Illustrierung benutzen darf.
Das Nachfolgemodell ist nicht nur deutlich größer, sondern auch – mobiler. Es dreht sich und ist nachts beleuchtet. Allerdings dreht es sich nicht inwendig und das, was wie Glas aussieht, ist nur Plexiglas. Und wenn ich mich außen anlehne (was mir als Radfahrerin schon mal passiert), gerate ich nicht in Turbulenzen, aber die Umdrehung der Außenhülle erfordert gewisse Balanceakte, die bei den richtigen Litfaßsäulen nicht erforderlich waren.
Es ist keine Entschuldigung, wenn die eingesetzte Werbung ansatzweise an der Umgebung ausgerichtet wird. Hier dient sie für mich eher als Größenvergleich. Das, was sich links neben der Ersatzsäule befindet, ist eine Telefonzelle (zuletzt von mir vor 8 Jahren benutzt) Auf diesem Bild befinden sich so gesehen drei fragwürdige Stadtmöblierungen. Wobei das Wort Möblierung natürlich ein reiner Euphemismus ist. Wer möbliert, macht sich normaler Weise ja Gedanken darüber, wie er sein Umfeld ausstattet. Hier wird selbst vor der Verschandelung von Gebäudeensembles aus der Schumacherzeit keine Rücksicht genommen.
Doch fragwürdige Stadtmöblierungen finden sich überall in Hamburg verteilt.
Es begab sich im Mai, dass ich mich am Ende eines Ausfluges in den Sachsenwald plaudernd auf einer Parkbank im lieblichen Reinbeker Schlosspark mit Blick auf den romantischen Mühlenteich wiederfand.
Gemeinsam mit einem jungen Vertrauten wurden die generellen Fragen des Lebens erörtert (Gibt es die Frau des Lebens? Werde ich sie treffen ? Wann denn endlich ? Wo ? Könnte eine Online-Partneragentur weiterhelfen ? Wie sollte mein Profiltext aussehen ?)
Inspiriert und stimuliert wurden wir durch das Geschehen um uns herum.
Manchmal staune ich doch, dass ich erst im Real Life auf Phänomene aufmerksam gemacht werde, die im Netz stattfinden. So produzierten Großverlage wie Gruner + Jahr im großen Stil Internet-Fernsehen bisher nahezu komplett an mir vorbei.
Bis ich auf einer Party diesen Herrn Lehmann kennengelernt habe. Ganz entzückend im Gespräch und so zurückhaltend, was seinen Job angeht. Erst als er bereits gegangen war, wurde ich darüber aufgeklärt, dass er doch wöchentlich in dieser wunderbaren Video-Serie über Outdoor-Produkte für Aktiv-Urlauber bei GEO.de zu sehen sei.
Der Kultur-Redaktion des SPIEGELS ist es zum Glück nicht gelungen, mich vom Besuch der Temporären Kunsthalle in Berlin abzuhalten: sollen doch die drei Videoinstallationen „Inner+Outer Space“ von Candice Breitz bereits „schon in Mailand, Oldenburg und Hannover und sogar in London zu sehen gewesen“ sein.*
Tja. Für den globetrottenden Kunst-Jet-Set ist es natürlich schon hart, dass die Künstlerin zur Eröffnung der Temporären Kunsthalle noch nicht ihr neuestes Werk „Him“ zeigt- eine Dialog-Porträt-Videoarbeit mit 23 verschiedenen Rollen Jack Nicholsons aus vierzig Jahren.
Nicholson wird ab dem 28. November 2008 sicher auch klasse, aber ich bin in diesem Fall ganz ehrlich sehr dankbar, dass ich eher unvermutet zu einem der unterhaltsamsten Kunstgenüsse der letzten Zeit kam. (mehr…)
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28.09.2009
Ich gebe zu, es ist nicht so ganz einfach, mich zu beeindrucken, aber:
Wie Karl Fisch in Fischbowl Gandhi zitiert:
„Be the change you want to see.„
Auf diesen Satz stieß ich beim Blättern (!) und Lesen im Brand eins „Dummheit gibt’s gratis„. Er ist eine Essenz der PräsentationDid vou Know ? vom August 06 (alleine die unten gezeigte Version von 2007 wurde bis heute über 2.284.250 mal angesehen!) Es geht um die Frage, wie die Welt aussieht, auf die die Kinder von heute vorbereitet werden müssen. 8,19 Minuten, die mich beeindruckt haben:
Unsere Kinder betreffende Fakten über die Gegenwart und Zukunft werden sehr komprimiert aufbereitet: Für mich ist die wichtigste Aussage, dass die Kinder von heute zu den Menschen ausgebildet werden, die Probleme lösen müssen, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass sie Probleme sein werden. Vor zehn Jahren gab es die wichtigsten Collegefächer von heute noch gar nicht. Wer kann wissen, was unsere Kinder in zehn Jahren studieren müssen?
“Did you know ?”ist in vieler Hinsicht plakativ, aber die Tendenz richtig. Wenn ich noch zu den Digital Immigrants zähle, sind meine Söhne jetzt schon Digital Natives. Das W-Lan wird nicht weniger, sondern noch selbstverständlicher. (mehr…)
Eines der größten Probleme scheint nach wie vor die Beschaffung der Chips zu sein. Ob es sich dabei um eine absichtsvolle Verknappungsstrategie oder einfach schlechte Organisation handelt … nach wie vor sehe ich (trotz laufender EM :) Kinder, die WWE-Chips spielen, sich darüber unterhalten oder ihre Eltern bequengeln, ihnen welche zu besorgen.
Die meisten Chips werden allerdings ohnehin getauscht oder gewonnen. Bei uns gibt es sie gelegentlich im Kiosk zu kaufen, zum Teil nur hinter dem Tresen. Auf einem Sonntagsausflug entdeckte ich während eines Zwischenstopps in Bad Segeberg in einem Spielwarenladen dieses Plakat:
Am Sonntag natürlich geschlossen … diese Auswahl hätte ich mir gerne einmal angesehen. Glücklicher Weise haben meine Kinder bisher nicht das geringste Interesse an anderen WWE-Produkten. Die Chips sind nach wie vor aktuell.
Nachtrag: Bei Vurai habe ich ein Video zum Thema gefunden, das am 10.6.08 auf RTLregional Hamburg gezeigt wurde:
Als meine Söhne anfingen, freiwillig ganz früh aufzustehen, um noch vor Schulbeginn im Kiosk Wrestling-Chipz kaufen zu können, wurde ich hellhörig. Das metallische Klackern im Kinderzimmer habe ich zuerst gar nicht einordnen können. Den phänomenalen Reiz der glitzernd-bunten Taler habe ich zu Beginn ebenfalls unterschätzt. Doch spätestens jetzt fragte ich mich: