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Wolkenbruch und Hagelpeitsche

29. August 2009 · 6 Kommentare

Ich bin zwischen den Welten gelandet.

Erst waren es nur Tröpfchen, dann Tropfen, dann ein Wassersturz. Genau in der Mitte zwischen Start und Ziel. Unter dem letzten der Alleebäume auf meiner Strecke halte ich mein Fahrrad an. Die Flucht unter den Schutz der Blätter soll nur solange wie der Guß dauern.

Einer der Momente im Leben, über die ich im Nachhinein nicht sicher bin, wie ich mich entschieden hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, was auf mich zukommt. (Ohne es direkt mit Kinder kriegen und Eigentum erwerben vergleichen zu wollen…) Ebenso wert, zu den Momenten der verpassten richtigen Gelegenheiten zu zählen. Weil es nach einem kurzen Regenguß aussah – und sich stattdessen in einen anhaltenden Wasserfall wandelte.

Das spätsommerliche Blätterdach nutzte mir rein gar nichts. Die Hose klebte wie durchs Wasser gezogene Leggings an meinen Schenkeln, das Wasser schien wie von selbst aus den Schuhen zu fließen. Mein grüner Ledermantel verhinderte wenig. Trotz des aufgestellten Kragens spürte ich, wie sich der Regen nicht nur vom Scheitel auf den Weg entlang meines Halses und meines Rückens machte. Den Kragen stellte ich weniger wegen des Regens sondern wegen des peitschenden Hagels auf. Wasabi-Pea große Hagelkörner. Massen. hagelten. auf. mich. herab. Gleichzeitig schwillt der Wasserstrom zu meinen Füßen bis zur Bordsteinkante an und ich fühlte mich an Fluten in Thailand erinnert.

Surrealer Klimawandel? Als die Hagelkörner meine Wangen auspeitschten, dachte ich nicht darüber nach. Ich schloss die Augen. Dachte gar nichts. Sah und spürte: Wasser. Als ich die Augen wieder öffnete, stand ein Transporter vor mir an der Ampel. Das junge Paar bot mir winkend einen Platz neben ihnen an. Wirklich unglaublich zauberhaft. Ich war mindestens klatschnass. Lachend winkte ich ab. Ich hatte mich der Situation ergeben. Mir gefiel mein Standort.

Auch wenn die Sporttasche fast bis aufs letzte Handtuch durchnässt war. Irgendwann ließ der Regen nach. Ich kehrte nicht um. Mein Sportclub hat ein Schwimmbad. Ein wunderbarer Moment, es mal wieder zu nutzen und mich hinterher in der Sauna durchheizen zu lassen. Herbstanfang.

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Mobilisierende Stadtmöblierung

9. Juli 2009 · 7 Kommentare

Litfaßsäule von @Bosch

Die gute alte Zeit der Litfaßsäule ist vorbei; zumindest in Hamburg. So schrieb schon @Bosch, dessen wunderbares Foto ich zur Illustrierung benutzen darf.

fragwürdige Stadtmöbel #1

Das Nachfolgemodell ist nicht nur deutlich größer, sondern auch – mobiler. Es dreht sich und ist nachts beleuchtet. Allerdings dreht es sich nicht inwendig und das, was wie Glas aussieht, ist nur Plexiglas. Und wenn ich mich außen anlehne (was mir als Radfahrerin schon mal passiert), gerate ich nicht in Turbulenzen, aber die Umdrehung der Außenhülle erfordert gewisse Balanceakte, die bei den richtigen Litfaßsäulen nicht erforderlich waren.

fragwürdige Stadtmöbel #2

Es ist keine Entschuldigung, wenn die eingesetzte Werbung ansatzweise an der Umgebung ausgerichtet wird. Hier dient sie für mich eher als Größenvergleich. Das, was sich links neben der Ersatzsäule befindet, ist eine Telefonzelle (zuletzt von mir vor 8 Jahren benutzt) Auf diesem Bild befinden sich so gesehen drei fragwürdige Stadtmöblierungen. Wobei das Wort Möblierung natürlich ein reiner Euphemismus ist. Wer möbliert, macht sich normaler Weise ja Gedanken darüber, wie er sein Umfeld ausstattet. Hier wird selbst vor der Verschandelung von Gebäudeensembles aus der Schumacherzeit keine Rücksicht genommen.

fragwürdige Stadtmöbel #3

Doch fragwürdige Stadtmöblierungen finden sich überall in Hamburg verteilt.

Hier zum Beispiel.

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Tummeln im Tumblerland

6. Juli 2009 · 7 Kommentare

Verwahrlost. Jedenfalls ein wenig. Ja, so sieht es hier aus, zur Zeit. Ideen für kixka-esque Artikel habe ich drei quasi schreibfertig mit Fotos, Quellen, Links – doch: Es fehlt mir immer irgendetwas. Die Ruhe, die Muße, der rechte Moment. Motivation vielleicht auch. Möglicherweise.

Was ist passiert ?

Bei der Aktion mit den herzigen Blogempfehlungen (nebenbei: 827 Kommentare für den StyleSpion) wurde ich überhaupt das erste Mal auf Tumblr aufmerksam, da diese Instant-Blogs neben den „richtigen“ hier und dort ebenfalls wohlwollende Erwähnung fanden. Vorher war mir eigentlich nur das von Drikkes bekannt, bei dessen ersten Besuchen ich noch deutliche Empörung empfand, wie man sowas Geklautes denn nun allen Ernstes als Blog ausgeben kann. (Jajaja, Hauptsache das Technorati „Fave this Blog“-Widget ist installiert…)

Leicht verwahrloste Nutzp(onde)rosa

Vier Tage nach der Blog-Aktion habe ich meine Leicht verwahrloste Nutz(ponde)rosa eingerichtet. Und wunderte mich. Vor allem über die Tumblarity. Wie ich denn bitteschön hier irgendwelche Follower gewinnen könne. Ob denn jemals etwas von mir Gepostetes gerebloggt würde.

Zum Einstieg:

Tumblrn ist für mich wirkliches Miniblogging, das was Twitter im Microformat multimedial nur ansatzweise bieten kann. Es geht rasend schnell, umstandslos und quasi intuitiv. Ein Tumblr-Blog ist sekundenschnell angemeldet. Unter sehr vielen Themes kann das passende optische Erscheinungsbild ausgewählt werden und auch später, nach den ersten Schritten, problemlos gewechselt werden. Es gibt auch noch sehr viele freie Themes; ein bisschen Internet-Recherche lässt einen schnell auf die interessanten Quellen stoßen.

Ich habe meine Standardversion mit ein bißchen Gebastel im Html an meine Wünsche angepasst. Das Wording ein wenig gepimpt. Customized. Whatever. :)

Wenn das Tumblr existiert, kann es extrem einfach losgehen:

Was kann Tumblr?

Texte, Bilder, Zitate, Links, Gespräche, Sounds oder Clips können sehr umstandsfrei eingefügt, verlinkt und mit ergänzendem Text und Bild angefüttert werden. So werden kleine Universen gegründet. Ideen, Impressionen, Inspirationen gesammelt. Kleine Geschichten erzählt. Farben, Themen, Lieblinks gezeigt. Optisch hübschr als bei Delicious, ohne den Aufwand, den WordPress erfordert. (mehr…)

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Serielles im Mai: Hochzeit von der Stange

1. Mai 2009 · 8 Kommentare

Es begab sich im Mai, dass ich mich am Ende eines Ausfluges in den Sachsenwald plaudernd auf einer Parkbank im lieblichen Reinbeker Schlosspark mit Blick auf den romantischen Mühlenteich wiederfand.

brautkleiderstange

Gemeinsam mit einem jungen Vertrauten wurden die generellen Fragen des Lebens erörtert (Gibt es die Frau des Lebens? Werde ich sie treffen ? Wann denn endlich ? Wo ? Könnte eine Online-Partneragentur weiterhelfen ? Wie sollte mein Profiltext aussehen ?)

Inspiriert und stimuliert wurden wir durch das Geschehen um uns herum.

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Kixkalogisches Déjà Vu im Waschsalon

14. April 2009 · 16 Kommentare

Wenn zwei Tage vor Karfreitag die Waschmaschine mit lautem Todesgedröhn verreckt und der freundliche Herr der Firma, die früher noch wußte, was Frauen wünschen, am Mittwoch darauf für ganze 78,- € trocken feststellt, dass für eine Reparatur der sieben Jahre alten Maschine 280,- € investiert werden müssten: nun gut. Shit happens.(und ich weiß, welche Marke ich nicht wieder kaufen werde :P )

Es sammelt sich bei drei Männern und mir in der Zwischenzeit bis zur neuen Maschine nicht ganz unerwartet ungewaschene  Wäsche an. Mengen, die es nicht zulassen, bei den wirklich ausgesprochen freundlichen Nachbarn um Hilfe zu bitten. So ergibt sich die Gelegenheit zu einem Déja vu: Auf zum Waschsalon. Dort gibt es sogar Maschinen, die 12 Kg Wäsche auf einmal nehmen. Und nur eine halbe Stunde brauchen sollen, bis alles wieder sauber wird.

Waschsalon

Den Traum vom wunderbaren Waschsalon habe ich schon vor über zehn Jahren ausgeträumt. Mein erster Job nach meinem Examen hat mich nach Berlin gelotst, wo ich anfangs in der Willibald-Alexis-Straße residierte. (mehr…)

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Die poetischen Pools der Kosmonautin

1. März 2009 · 6 Kommentare

Die Fotografin dieser Bilder ist berühmt. Nicht wegen ihrer Fotos. Sondern für mehrere Entscheidungen, die sie in ihrem Leben getroffen hat. Wer kommt – wie sie – auf die Idee, für 3 Millionen $ ein Los für einen Raumflug am 25. März 2009 zu kaufen ? Sie lässt sich in Star-City bei Moskau als Astronautin ausbilden, für den Fall, dann einzuspringen, wenn der eigentliche Fluggast nicht teilnehmen kann. Dann kostet der Spaß nochmals so um die 35 bis 40 Millionen $ extra.

Indian Wildlife

Indian wildlife Photo by Esther Dyson

Wer kommt auf die Idee, seine kompletten Erbanlagen zu veröffentlichen ? (mehr…)

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Gourmet Spezial: Lehmanns Outdoor Test

10. Januar 2009 · 4 Kommentare

Manchmal staune ich doch, dass ich erst im Real Life auf Phänomene aufmerksam gemacht werde, die im Netz stattfinden. So produzierten Großverlage wie Gruner + Jahr im großen Stil Internet-Fernsehen bisher nahezu komplett an mir vorbei.

Bis ich auf einer Party diesen Herrn Lehmann kennengelernt habe. Ganz entzückend im Gespräch und so zurückhaltend, was seinen Job angeht. Erst als er bereits gegangen war, wurde ich darüber aufgeklärt, dass er doch wöchentlich in dieser wunderbaren Video-Serie über Outdoor-Produkte für Aktiv-Urlauber bei GEO.de zu sehen sei.

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Flimmernde Bücher: Fahrenheit 451 in der Warburg-Bibliothek

27. Dezember 2008 · 11 Kommentare

Zwei Männer, beides Büchernarren,
sterben im Oktober 1984, im Abstand von nur zwei Tagen.
Die beiden ehemaligen Freunde hatten sich 18 Jahre vorher, während der gemeinsamen Arbeit an einer der bedeutendsten verfilmten Literatur-Hommagen, hoffnungslos zerstritten – und nie wieder gemeinsam gearbeitet.

Bei der Hommage handelt es sich um einen meiner Lieblingsfilme:
Fahrenheit 451 von François Truffaut.

Oskar Werner, der Hauptdarsteller, soll einzelne Szenen regelrecht sabotiert haben. Die Auslegung seiner Rolle als Feuerwehrmann Montag, der Bücher im Staatsauftrag verbrennt und durch die Bekanntschaft mit Clarisse, einer aufgeweckt-kritischen Nachbarin, aus seiner Lethargie gerissen wird, lief der des Regisseurs diametral entgegen.
Es grenzt fast an ein Wunder, dass sich Oskar Werner mit seiner markant-sensiblen Stimme und dem unverkennbaren Timbre für die deutsche Version selbst synchronisiert hat.

Dieser Science-Fiction-Film wirkt poppig-versponnen in seiner Sixties-Ästhetik und ist in seiner Fernseh-kritischen Haltung nach wie vor aktuell. Umso schöner, dass Holger Kraus mit seinem Flexiblen Flimmern für einen Abend im Dezember einen so grandiosen Ort gefunden hat, um diese Literatur-Verfilmung auf der großen Leinwand zu präsentieren:

Flexibles Flimmern im Warburg-Haus Foto Kixka

Im Lesesaal des Hamburger Warburg Hauses.

Ich liebe ja Räume, in denen ich mich schon nur durch mein Dortsein klüger fühle. Oder romantischer.

Auf den Lesesaal des Warburg-Hauses trifft beides zu, ist er doch Resultat der Bücher-Leidenschaft einer der bedeutendsten deutschen Kunst- und Kulturwissenschaftler.

Foto Kixka

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Singing in a Box: „Inner + Outer Space“ von Candice Breitz in der Temporären Kunsthalle Berlin

9. November 2008 · 15 Kommentare

Eingang der Temporären Kunsthalle Berlin

Der Kultur-Redaktion des SPIEGELS ist es zum Glück nicht gelungen, mich vom Besuch der Temporären Kunsthalle in Berlin abzuhalten: sollen doch die drei Videoinstallationen „Inner+Outer Space“ von Candice Breitz bereits „schon in Mailand, Oldenburg und Hannover und sogar in London zu sehen gewesen“ sein.*

Tja. Für den globetrottenden Kunst-Jet-Set ist es natürlich schon hart, dass die Künstlerin zur Eröffnung der Temporären Kunsthalle noch nicht ihr neuestes Werk „Him“ zeigt - eine Dialog-Porträt-Videoarbeit mit 23 verschiedenen Rollen Jack Nicholsons aus vierzig Jahren.

Nicholson wird ab dem 28. November 2008 sicher auch klasse, aber ich bin in diesem Fall ganz ehrlich sehr dankbar, dass ich eher unvermutet zu einem der unterhaltsamsten Kunstgenüsse der letzten Zeit kam. (mehr…)

Kategorien: Schauen · Sightseeing · Sounds · Staunen · Style
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