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Freiluftige Musenküsse: Wanas Slott in Südschweden

13. Mai 2008 · 1 Kommentar

Einer meiner nicht mit mir groß gewordenen Kleinmädchen-Träume war der, eines Tages einen richtigen Zauberwald zu finden.

Nicht so einen “Märchenwald”, wie ich ihn als Kind häufiger mit meinem Vater aufsuchte, in dem entlang eines vorgegebenen Weges da und dort lebensgroße Laubsägefiguren aus dem Grimmschen Fundus herumstanden.

Tollende Trolle in Wanas

Sondern einen verzauberten Wald, im dem ich auf verschlungenen Pfaden lauter Schätze entdecken kann. Im dem es Pyramiden und Labyrinthe gibt, unendlich hohe Bäume, an denen Schaukeln hängen; die Erklimmbaren davon an Seilen, die gut zehn Meter von den Ästen herabhängen. Andere schweben unerreichbar in lichter Höhe. Es lassen sich mitten im Wald einsame Bänke finden, die – kaum Platz genommen – wie von Geisterhand anfangen zu wackeln. Häuser, aus denen Stimmen erklingen, Texte werden von Flüsterstimmen vorgetragen. Es liegen riesengroße Steine herum, einer so groß, dass ein Kind darauf verloren aussieht.

Fundstück in Wanas

Wer lange genug an diesem poetischen Ort herumstreift, stößt irgendwann auf eine Mauer – die Mauer der sprechenden Steine. “Private property created crime”, “The future is stupid” und andere Wahrheiten erzählen diese Steine, verteilt entlang der fast zwei Kilometer langen Mauer – allerdings nur demjenigen, der sie entdeckt.

Jenny Holzers Wahrheit fotografiert von K.

Und dort, in den Tiefen des Waldes gibt es kleine, lebendige Fröschlein, die jedes Kinderherz entzücken. In Mengen hüpfend. Versteckte, absurd überhöhte Jagdsitze lassen sich finden, meditative kleine Orte: Brücken, Steinformationen, Arrangements. Wasserfälle. Mitten im Wald auch: Eine Glaswand. Oder: Eine rote, gebogene Metallwand von gigantischen Ausmaßen. Wie vom Himmel gefallen. Niemanden würde es wundern, hier einem Hasen mit Uhr in der Hand zu begegnen…

Wanas Foundation

Wanas Foundation

Wanas Foundation

Wer lange genug nach so einem Zauberwald sucht, wird mit etwas Glück irgendwann auch fündig: So in Südschweden, ungefähr 86 Auto-Minuten von Malmö aus.

Wanas Foundation

Die letzten vier Fotos: Wanas Foundation

Marina Abramovic, Bob Wilson, Olafur Eliasson, Jenny Holzer und viele andere KünstlerInnen haben um einen lieblichen See und ein Schlößchen aus dem 15. Jahrhundert herum diese Kunstwerke zum Auffinden, Anfassen und Hindurchgehen, für diesen Ort erschaffen. Die Schloßbewohner sind Nachfahren und entwickeln das unkonventionelle Schloßparkkonzept schon seit 1987. Gleichzeitig wird auf dem angrenzenden Biohof Agrarwirtschaft betrieben – dessen Produkte sich vielleicht auch schon bei Ihnen im Kühlschrank befunden haben: “Wanas Ädel”,ein Edelschimmelpilzkäse cremiger Konsistenz, wird auch bei Ikea verkauft.

Sehr schöner (englischer!) Artikel zu den Skulpturen: sculpture.org.

Das ist mein Beitrag vom 19. Januar 2008 zu Wanas Slott auf Qype mit Kommentaren – Ich bin Kixka_Nebraska

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