… meint auch HaikuKamikaze*
Ich lese die Gala. Manchmal, eigentlich nie richtig.
Ich mag es aber, sie am Donnerstag in der Mittagspause durchzublättern und dann weiterzureichen. Diese Woche bin ich gleich an drei Stellen hängengeblieben, so dass ich das Heft mit nach Hause genommen habe nehmen musste.
Zum einen lag der Gala ein weiteres Heft bei, die Galamen.
Ein neues Hochglanzprodukt, geschaffen, um Luxus-Anzeigen im Männersegment besser verkaufen zu können. Es wäre nicht der Rede wert, wenn es nur dem entspräche, was die Pressemitteilung des Verlages vermuten lässt.

Auf dem Titel ein Mann, den ich zuerst für Tobey Maguire unter Einfluß bewußtseinserweiternder Drogen gehalten habe. Aber tatsächlich ist es Elija Wood. Genau: Frodo. Gar nicht wiederzuerkennen, da er auf acht Seiten ziemlich lynchesk fotografiert, sehr lustig Herrenkleidung vorführt.
Schön schräg und durchaus cool.
Außerdem fand sich ein Artikel über Jean Nouvels Parfumflakon, eine Sonderedition für “L’homme” von Yves Saint Laurent in der Standard-Gala.
“Pure Erotik findet jeder, der ihn betrachtet”.
Nuja.
Noch phallischer geht ja fast nicht. Die 1.000 Stück werden ihre Liebhaber für 89,- € sicher finden. Sei es in der Gay-Community oder Frauen (denen nichts besseres einfällt), die ihrem Liebsten so signalisieren wollen, welche Lifestyleprodukte ihnen als Geschenk für sich so vorschweben.
Mein Verdacht ist ja, dass der Pritzker-Preis ausgezeichnete Architekt demonstrieren will, dass er mit Glas auch anderes anzustellen versteht, als herabfallende Fassaden-Elemente.
Adriano Sacks wichtigste Stilregel war dann mein dritter Punkt.

Ich bin immer noch am überlegen, ob mein Leben wohl einfacher oder komplizierter verlaufen wäre, wenn ich von ihr vor zwanzig Jahren gehört hätte.
Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass “wichtigste Stilregel” impliziert, dass da noch jede Menge andere Stilregeln lauern. (Wie anstrengend…)
Dabei weiß Adriano Sack eigentlich, wovon er redet. Ist er doch Autor des hochgelobten Breviers “Stil im digitalen Zeitalter“. Aber Theorie und Praxis müssen ja nicht immer eins sein.
*Ach so: HaikuKamikaze schreibt das hier unten in den Kommentaren.
Schlagworte: 2.0, Adriano Sack, David Lynch, Elija Wood, Erotik, Jean Nouvel, Lifestyle, medien, Stil

Mai 6, 2008 um 10:15 Uhr nachmittags
Ich hoffe, dass G+J keine Probleme mit den Rechteinhabern der Transformers bekommt - die Galamen scheinen dort schon ein eingeführter Begriff zu sein. ;)
Mai 7, 2008 um 6:38 Uhr vormittags
Tolle Stilregel, richtet sich an Autoerotiker (siehe http://www.zeit.de/2005/49/Titel_2fMartenstein_49).
Ich selbst könnte mit mir in der Kleidung, wie ich sie mir an meinen an Sparringspartnern erwünschte, nun wirklich gar nichts anfangen.
Mai 7, 2008 um 7:28 Uhr vormittags
Auf diese Art von Bedenken bin ich noch gar nicht gekommen. …
Ich hielt es eher für ein ganz gutes Rezept für langanhaltende Beziehungen:
http://de.youtube.com/watch?v=v4vjBJx2Hr8
Mai 7, 2008 um 10:43 Uhr vormittags
Hallo Kixka, ein nettes Blog hast Du hier :-). Nett jetzt bitte nicht zweideutig abfällig verstehen, das war komplett positiv gemeint.
Herrn Sacks Stilregel mutet befremdlich an. Das ist wirklich multiple Zweideutigkeit.
Entweder zieht er sich so an, daß wirklich keiner mehr mit ihm schlafen will. Das heißt er wird des Ehebettes verwiesen und muß mit sich alleine vorlieb nehmen. Da kämen mir z.B. typische Punkerklamotten mit Metallspitzen in den Sinn. Da geböte es alleine schon die Verletzungsgefahr.
Oder er erhofft sich sexuelle Attraktivität. Das heißt er müßte ständig in Reizwäsche herumlaufen. Das wäre ziemlich unpraktisch, es sei denn er wohnt in deutlich wärmeren Gefilden (letzteres bitte nicht fehldeuten).
Der Stichpunkt Autoerotik bzw. “Tennisarm” wurde ja bereits hervorgehoben.
Mai 7, 2008 um 12:53 Uhr nachmittags
Sehr hilfreicher Bericht, Kixka. Deine Lektüre ist für mich eine Offenbarung. Und daß es jetzt noch Galamen gibt, eröffnet ungeahnte Perspektiven. Danke dafür!
Mai 7, 2008 um 2:10 Uhr nachmittags
;P
Ich werde die WordPress-Entwickler um Implementation entsprechender Buttons bitten.
Danke für diesen eindeutigen Tipp, Sancho
Mai 8, 2008 um 8:46 Uhr nachmittags
Klar ist Sancho beeindruckt - er braucht ja dringend Stilberatung hinsichtlich seiner Socken.
:-D
Mai 13, 2008 um 2:23 Uhr nachmittags
Bloggen macht Arbeit…..schön von Dir zu lesen, Tom
Mai 22, 2008 um 11:00 Uhr vormittags
Da schau ich endlich bei Dir vorbei, und dann sowas, Kixka: ein Herr namens Sack, Adriano, verkündet Stilregeln. Bei Nummer 3 frage ich mich nun: Was hat “anziehen” mit “mit jmd. schlafen mögen” zu tun –? Und “mit sich selbst” — ist das denn noch zweideutig?
Jedenfalls: Nett hier. Werde mich zweifelsfrei noch öfter hier rumtreiben. :)
Mai 22, 2008 um 9:31 Uhr nachmittags
Meine Güte: Halb Qype treibt sich hier herum!
(lässt das Tablett mit dem Sekt herumgehen)
Jemand Schnittchen?
Juni 28, 2008 um 11:13 Uhr vormittags
[...] Jungs, Buchstäblich, Lakritze: Ist Euch der Konjunktiv Adrianos Stilregel N°1 entgangen [...]