Die gute alte Zeit der Litfaßsäule ist vorbei; zumindest in Hamburg. So schrieb schon @Bosch, dessen wunderbares Foto ich zur Illustrierung benutzen darf.
Das Nachfolgemodell ist nicht nur deutlich größer, sondern auch – mobiler. Es dreht sich und ist nachts beleuchtet. Allerdings dreht es sich nicht inwendig und das, was wie Glas aussieht, ist nur Plexiglas. Und wenn ich mich außen anlehne (was mir als Radfahrerin schon mal passiert), gerate ich nicht in Turbulenzen, aber die Umdrehung der Außenhülle erfordert gewisse Balanceakte, die bei den richtigen Litfaßsäulen nicht erforderlich waren.
Es ist keine Entschuldigung, wenn die eingesetzte Werbung ansatzweise an der Umgebung ausgerichtet wird. Hier dient sie für mich eher als Größenvergleich. Das, was sich links neben der Ersatzsäule befindet, ist eine Telefonzelle (zuletzt von mir vor 8 Jahren benutzt) Auf diesem Bild befinden sich so gesehen drei fragwürdige Stadtmöblierungen. Wobei das Wort Möblierung natürlich ein reiner Euphemismus ist. Wer möbliert, macht sich normaler Weise ja Gedanken darüber, wie er sein Umfeld ausstattet. Hier wird selbst vor der Verschandelung von Gebäudeensembles aus der Schumacherzeit keine Rücksicht genommen.
Doch fragwürdige Stadtmöblierungen finden sich überall in Hamburg verteilt.
Hier zum Beispiel.
oder auch am anderen Ende dieser lieblichen Verkehrsinsel:
und:
Nein, auch zu anderen Jahreszeiten fotografiert macht sich dieser Unsinn nicht besser:
Richtig, im Hintergrund findet sich eine Telefonzelle der neueren Generation.
Was das Mülleimer-, Straßenschild-, Zellen-, Dingsbums-Ensemble nicht besser macht. Ich fühle mich als Bürgerin dieser Stadt da nicht nur ein kleines bisschen verschaukelt.
Ganz ehrlich gesagt, kann ich sehr gut verstehen, dass es Menschen gibt, die unter diesen Umständen mobilisiert werden, diese Art von Stadtmöblierung etwas aufzupimpen:
Und dann stehe ich mal wieder radelnd an einer Ampel und rätsel vor einigen Wochen, was das jetzt wohl werden soll. Es passt auf den ersten Eindruck so hervorragend in meine ohnehin geplante Bild-Serie zur Stadtmöblierung:
Ja, ganz toll. Noch mehr Poller und nicht nachvollziehbare: Stadtverschandelung.
Doch hier handelt es sich tatsächlich mal um ein Projekt, dass ich als Allwetter-in-jeder-Kleidung-Radfahrerin kaum selber nutzen werde, es aber jedem Hamburg-Besuch nur ans Herz legen kann. (Mein Rad ist auf einem der Fotos oben abgebildet ;)
Das StadtRAD Hamburg Projekt
Ab morgen 10. Juli 2009 stehen 700 Stadträder an 68 Leihstationen in Hamburg bereit.
Die erste halbe Stunde ist kostenlos. Informationen, wie es im Einzelnen abläuft, gibt es hier. Empfehlenswert ist eine Anmeldung im Netz vor der ersten Buchung.
Die Anmeldung am StadtRAD Terminal ist etwas umständlich, so wird berichtet. BahnCARD und HVV-Jahreskarten-InhaberInnen profitieren von Sonderkonditionen.
Hier wird versucht, einen Teil der 1,1 Mio Euro, die Hamburg pro Jahr an die Deutsche Bahn als “Betreiberentgelt” zahlt, wieder einzutreiben.
Das StadtRAD im Detail: der abgespacete Gepäckträger springt neben dem Rot besonders ins Auge. Großartig ist die Dichte der Standorte in der Innenstadt. Im kommenden Jahr sollen weitere 40 Stationen dazu kommen und die Zahl der Räder auf 1.200 erhöht werden.
Klingt nach einer guten Sache, ich freue mich auf erste Erfahrungsberichte!























Nilzenburger






